still

Mein Kopf steht so still heute,
als hätte er noch nie gedacht.
Ein einzelner Gedanke fliegt durch Raum und Zeit,
immer im Kreis, im Hirn herum.

©Petra Ulbrich

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einfach

    Lass dich einfach fallen,
    vornüber mit offenen Augen.

    Lass dich einfach fallen,
    dein Kreuz hältst du aufrecht und steif.

    Lass dich einfach fallen
    und breite die Arme weit aus.

    Lass dich einfach fallen,
    drei Meter, das ist gar nicht hoch.

    Lass dich einfach fallen,
    die Schwerkraft wird dann dafür sorgen,
    dass du perfekt fällst.

    ©Petra Ulbrich

Nachgedanken

wolken-dunkel

    Heute Nacht kurz wach gelegen.
    Und nachgedacht.
    Über die Sprache.
    Wer hat eigentlich die Sprache erfunden?
    Bzw. die Wortzuordnung?
    Wer hat den Gegenständen Namen gegeben?
    Wer hat es weshalb so definiert?
    Warum heißt der Schrank Schrank?
    Die Kommode Kommode?
    Wie ist diese Terminilogie entstanden?
    Warum ist der Teller kein Schrank?
    Das Brot kein Schuh?
    Warum esse ich nicht wenn ich trinke?
    Das wäre doch was:
    Wir trinken unseren Schuh vom Schrank!

    ©Petra Ulbrich

Es heißt nicht Nachtgedanken – tatsächlich Nachgedanken!

Nicht krabbelnd

    Kann grad nicht krabbeln,
    bin schwer und leer,
    komm aus dem Loch nicht raus
    seh keine Hand, die mich hält
    seh nur das Herz, das fällt
    schau meine Kinder an und denke
    wie tapfer sie doch sind.

    Sie können krabbeln
    sind auch leer, nur nicht schwer
    haben ein Guckloch gebaut
    um aus dem Loch zu schauen
    ich fang sie auf
    tröste ihr Herz
    und ihren Schmerz.

    …und so ist meiner
    – auf einmal kleiner!

    © Petra Ulbrich

Dieses Gedicht habe ich einen Monat nach dem Tod meines Mannes geschrieben. Der Schmerz ist immer noch da – er hat sich nur verändert.